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mission report 0002


field agent <the architect> an <THE LIE>
REKONFIGURATIONSSITZUNG "IG KULTUR NEU"
PALAIS THIENFELD, GRAZ
Graz, 3.5.2003
URGENT NEWS - CULTURAL/ART RELATED

ich komm ein wenig spät, platze mitten in die tragenden worte von martin wassermaier, der sich redlich bemüht, strukturen reinzubringen aber trotzdem keine vorgaben zu machen, alles offen zu lassen. er serviert optionen und varianten.

aber keiner hört richtig zu, zuviel spannung. einzelne zählen zum 3. mal die patronen im gurt, prüfen mehrfach den sitz der tragegurte für die 9mm halbautomatik. vereinzelt zustimmende blickwechsel mit den anwesenden kampfgenossen - die dinge entwickeln sich brauchbar, man wird eine atempause nützen können, um durchzuladen und erste kalibrierungen der zieloptik vornehmen zu können. ein paar prüfende blicke noch zu den restlichen anwesenden. es ist nur die frage, wen man noch alles für sich einspannen kann, wer mitschießen wird und nicht mehr, wer dagegenhalten würde. es ist einfach gut für die optik, wenn andere bei den entsorgungsprozeduren mithelfen.

Dann geht es los, ilse weber wird ins visier genommen. bohrende fragen, unterschwellige vorwürfe. sie kann sie nicht mehr hören, meint sie und weicht geschickt aus, beantwortet kaum eine frage direkt oder informativ, schweift ab in geleistetes und angeblich nie konsumiertes. eine reife taktische und diskussionstechnische leistung. am ende bleibt sie noch immer gut gestylt und aufrecht. kompliment. da spürt man, welche qualität die IG neu jetzt verlieren wird. werner wolf wird auch angetestet, aber sehr schnell ist klar, die dinge perlen an ihm ab. da bleibt keine schramme. durchtauchen, ignorieren. es dauert ja nur 90 minuten und was sind die schon gegen die fetten jahre davor.

endlich fragt man sich, wie es weitergehen soll. martin w. möchte die IG stmk schnell operativ sehen, daher solle man rasch einen vorstand bestimmen. statuten siehe ausgeteiltes blatt. die gegenbewegung ist logisch, man brauche ja zeit, um auch die regionen besser zu informieren und einzubinden, denn die wären heut ja kaum da. die argumente egalisieren sich. trotzdem bleibt die notwendigkeit, ein schnelles und starkes zeich en zu setzen. ein interimistischer vorstand bis zur großen generalversammlung? die variante eines proponentenkommitees kommt auf, wird wieder verworfen, nein wir wählen jetzt den vorstand. na, wer ist denn kandidat? ein wenig stille und der erste mutige steht auf, nennt seinen namen, was er tut, setzt sich. das geht 4 weitere male so. fein, jetzt weiß ich, was ich schon vorher wusste wenigstens aus erster hand. es ist wie bei der wahl des klassensprechers seinerzeit im gymnasium. einer der nicht kandidiert, sagt erstmalig, was denn die IG in zukunft so tun solle. ich würd ihn gern wählen, aber er kandidiert ja nicht. genau der gleiche meint nun, man solle vielleicht doch einmal genau festlegen, worüber jetzt abgestimmt werden soll und nennt option proponentenkommitee und option sofortige vorstandswahl.
es wird doch ein proponentenkommitee, für das sich 9 leute einer vertrauensabstimmung stellen - sie müs sen mind. 14 stimmen aller anwesenden bekommen, um drin zu sein. nur 5 schaffen es und müssen bis ende des monats für ordentliche verhältnisse sorgen. ein paar abklangsdiskussionsfetzen noch, dann ist es vorbei. einer der frisch gekürten proponenten (m. wanko / anm. v. the-lie) wird gerade am handy angerufen. wo er sei? ja, gerade ganz wichtig in einer sitzung der IG kultur stmk. und er sitzt jetzt im vorstand.

Ich weiß jetzt alles.





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